Apparat zur Diagnostik der eigenen mathematischen Weltauffassung
Technische Universität Braunschweig
Im "Wissenschaftsjahr 2008 – Mathematik. Alles was zählt" zeigte die TU Braunschweig auf ungewöhnliche Art und Weise, dass Mathematik auch wesentlich davon geprägt wird, was man über Mathematik denkt. So nehmen auch ganz allgemeine weltanschauliche Vorstellungen einen starken Einfluss auf die Mathematik. Forschende unterschiedlicher Disziplinen entwickelten und bauten einen Apparat, mit dessen Hilfe man das eigene Denken über Mathematik erkunden kann.
Idee und Ziele
Jeder hat eine Vorstellung davon, was Mathematik ist und was Mathematik macht. Das schlägt sich auch in ganz alltäglichen Äußerungen und Meinungen über Mathematik nieder. Aus solchen Aussagen lässt sich auf das Bild von Mathematik schließen, das eine Person hat, ohne jemals darüber nachgedacht zu haben. Ein Team des Seminars für Philosophie der Technischen Universität Braunschweig suchte nach einem Weg, die Beschäftigung mit der eigenen (mathematischen) Denkart für alle zugänglich zu machen.
Mit ihrem Projekt, dem "Mathemat“, haben sie das philosophische Denken über Mathematik buchstäblich konstruktiv umgesetzt. Ohne mathematisches oder philosophisches Vorwissen können alle Interessierten an einem Terminal zehn Fragen aus alltäglichen Situationen beantworten und erfahren dadurch Näheres zu ihrer mathematischen Weltauffassung.
Umsetzung
Kern des "Mathematen“ ist ein Fragebogen, der ganz ohne Zahlen dem jeweiligen Denken über Mathematik auf die Spur kommen soll. Mit zahlreichen Kooperationspartnern wurde der Mathemat realisiert. Die Geräte zeigen auf einem Display Fragen und die dazugehörigen Antwortmöglichkeiten auf. Geantwortet wird per Tastendruck. Der Rechner im Mathemat generiert aus allen gewählten Antworten die Diagnose, die auf dem Display angezeigt wird und ausgedruckt werden kann.
Die Geräte kamen nach ihrer Fertigstellung auf vielfältige Weise zum Einsatz. Die Mathematen wurden leihweise auf öffentlichen Plätzen, etwa in Museen, Universitäten und Theatern zur allgemeinen Benutzung aufgestellt. Eine Projektwebseite informiert dabei über den aktuellen Standort.
Mehr Informationen unter: www.mathemat.net

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